Pflegefachkraft

Wissen schaffen im Kampf gegen das Virus

Von Christian Raum · 2020

Die Krankenhäuser haben den Corona-Ausbruch bislang überstanden. Doch bietet sich zunehmend ein Bild, das Europa als eine relativ wenig betroffene Zone zeigt, die wie eine Insel aus den Staaten und Regionen herausragt, in denen das Virus weiter wütet. Die Forschung kann Pflegepersonal und Ärzte mit neuen Erkenntnissen auf eine mögliche zweite Welle vorbereiten.

Gruppe an Pflegefachkräften und Medizinerinnen
Pflegefachkräfte und Mediziner*innen im Kampf gegen das Virus. Foto: iStock/ Halfpoint

Laut Robert Koch-Institut arbeiten 12 Prozent aller bisher gemeldeten Infizierten in Medizin und Pflege, bis Anfang Juli waren in diesem Bereich 63 Tote zu beklagen. Kein Wunder, dass die Verantwortlichen im Gesundheitswesen nervös sind. Denn das Herausfordernde an Corona sei, dass es noch immer kaum belastbare Erkenntnisse zur Eindämmung und Heilung gibt. Und nachdem die aktuelle Corona-Krise unter Kontrolle zu sein scheint, diskutieren Gesundheitsexperten die Wahrscheinlichkeit der sogenannten „zweiten Welle“. Auch halten sie es für möglich, dass in kurzer Zeit eine neue Pandemie durch die Welt rauscht. Gründe hierfür sehen sie beispielsweise im Klimawandel, der möglicherweise pandemische Ereignisse begünstigt. Deshalb sei es wichtig, in der aktuellen Corona-Situation so viel wie möglich zu lernen und zu forschen. Diese Erkenntnisse müssten unmittelbar in Ausbildung und Weiterbildung vermittelt werden. 

Umdenken ist wichtig

In den Medien verfolgen die Menschen, wie vor allem in den medizinischen und pharmazeutischen Bereichen die Forschungen auf Hochtouren laufen. Aber meistens sprechen Epidemiologen, Forscher von Hochschulen oder aus Pharmaunternehmen, häufig auch Politiker, welche die an die Industrie verteilten Milliarden verteidigen. Dabei sind die Pflegekräfte im besonderen Maße vom Virus betroffen. Das Wissen der Pflegenden ist heute die Grundlage und Erkenntnisbasis, auf der das Gesundheitssystem die Pandemie bekämpft. Doch für die Erforschung dieses Wissens sei ein Umdenken der Verantwortlichen nötig. Denn bislang würde – so die Kritik vieler Pflegenden – in den Pflegeberufen in erster Linie Erfahrungswissen vermittelt. Wissenschaftlich bestätigte Erkenntnisse und die damit verbundene Ausbildung an Hochschulen und Forschungsstandorten seien vielfach nicht vorhanden. 

Pflegethemen sind kaum erforscht

Dabei gibt es eine Vielzahl von Themen, die so wichtig sind, dass deren Erforschung bei der nächsten Pandemie Menschenleben retten kann. An erster Stelle steht natürlich die Hygiene und die Frage, wie sich Pflegende, Mediziner und Krankenhauspersonal bei ihrer Arbeit schützen können. Aber auch der Einsatz neuer Technologien bei der Arbeit mit Patienten und gegen die Viren scheint immer wichtiger zu werden. Und auch die Unterstützung durch den Einsatz von Robotern bietet ein großes Feld für Forscher an Hochschulen und in Unternehmen.

Quellen:
https://www.kma-online.de/aktuelles/pflege/detail/jahn-tritt-neue-professur-fuer-pflegeforschung-der-unimedizin-halle-an-a-43604
https://www.sydney.edu.au/courses/courses/pc/master-of-science-in-medicine-general-practice-and-primary-health-care.html
Mary T. Sarnecky (1999): A History of the U.S. Army Nurse Corps

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