Prosozial

Post-Corona-Gesellschaft – solidarisch, hilfsbereit, freundlich

Von Christin Hohmeier · 2020

In den Darstellungen vieler Berichte aus der Zeit nach dem Lockdown scheint die Gesellschaft vor allem durch Streit, Proteste, Betrug und Aggression geprägt zu sein. Aber es gibt auch Stimmen, die bekräftigen, das Gegenteil sei richtig – nur machten eben zuverlässige und freundliche Menschen keine Schlagzeilen.

Acht Personen, die in einem Kreis stehen und solidarisch die Hände zusammenführen
Solidarisch zusammenhalten. Foto: iStock/Prostock-Studio

Eine der Grundlagen unserer Kultur ist die Annahme, dass sich in Katastrophenzeiten die Menschen vor allem von ihrer schlechtesten Seite zeigen. Dass diese Vorstellung wahrscheinlich so nicht stimmt, scheint die Corona-Pandemie zu bestätigen. Tatsächlich wurde die Funktionsfähigkeit der Städte, die Versorgung der Menschen und auch Logistik und Transport von allen denjenigen aufrechterhalten, die zuverlässig ihrer Arbeit nachgegangen sind. Verkäuferinnen und Verkäufer sind den Viren ausgesetzt wie kaum eine andere Berufsgruppe. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen setzen sich Menschen für andere ein und riskieren dabei ihre eigene Gesundheit und auch ihre Leben. Bei den Versorgungsunternehmen sichern die Mitarbeitenden die Verfügbarkeit von Wasser, Elektrizität, Gas und Fernwärme. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte halten die Gesellschaft zusammen.

Solidarität ist systemrelevant

Die drei Elemente, die das klassische Grundgerüst für Horror- und Katastrophenfilme bilden, sind Massenpanik, Verbrechen und Mord, sowie die Ohnmacht des einzelnen Menschen im Angesicht dieser allgemeinen Gesetzlosigkeit. Aber die Covid-19-Pandemie stammt nicht aus einem Hollywood-Drehbuch oder aus einer weltweiten Verschwörung – und Katastrophenforscher berichten, entgegen der allgemeinen Vorstellungen sei das Verhalten der meisten Menschen grundsätzlich prosozial. Tatsächlich gehen Berichte von Menschen um die Welt, die sich freiwillig als Helfer gegen Corona melden: Beim Spendensammeln, beim Verteilen von Essen und Kleidung und bei der Unterstützung innerhalb von Freundeskreisen oder in der Nachbarschaft. Hier zeigen Menschen ihr wahres, freundliches Gesicht. Viele dieser Aktionen waren und werden spontan organisiert und setzen ein wichtiges Zeichen – Solidarität ist systemrelevant.

Prosozial in eine nachhaltige Zukunft

Viel diskutiert wird der Gedanke, dass die Wurzeln für Solidarität und Hilfsbereitschaft darin motiviert sind, dass die Krise ein Bild einer möglichen Zukunft entwirft. Denn im Zuge der Corona-Krise – beispielsweise während des Lockdowns – haben die Menschen Möglichkeiten einer anderen Zukunft gesehen: Städte mit weniger Verkehr, Industriegebiete mit geringerer Verschmutzung und Umweltbelastung, Freundlichkeit und Solidarität im täglichen Umgang miteinander.

Quellen:
https://www.fda.gov/emergency-preparedness-and-response/coronavirus-disease-2019-covid-19/donate-covid-19-plasma
https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/syrien-coronavirus
https://netzpolitik.org/2020/corona-kontaktlisten-wenn-die-polizei-dich-nach-dem-restaurantbesuch-anruft/

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