Digitalisierung in der Wissenschaft

Digitale Lehre und sicheres Hosting für die Wissenschaft

Von Christian Raum · 2021

Die Hochschulen wechseln zu Onlinelehre und -Forschung. Studierende und Forschende werden rund um den Globus digital vernetzt. Die Wissenschaft von morgen wird nur dann funktionieren, wenn die Verantwortlichen beim Ausbau dieser virtuellen Welt die Sicherheit als entscheidendes Paradigma definieren.

Forscherin arbeitet an einem Mikroskop im Labor
Forschungseinrichtungen arbeiten gemeinsam in der digitalen Welt. Foto: iStock / howtogoto

Wenn in Universitäten und Bildungseinrichtungen die Verantwortlichen die Ausrichtung für die Zukunft diskutieren, streiten sie über Konzepte, für die es keine Vorbilder gibt. Die meisten Prozesse müssen neu erdacht, digitalisiert und sortiert werden. Die benötigten Technologien – sowohl Software wie auch Hardware – sind zwar seit Jahren erprobt und insbesondere in der Wirtschaft und in Consumerangeboten im Einsatz. In der Welt der Bildung fehlt aber deren breite Umsetzung. 

An erster Stelle stehen die auch auf den digitalen sozialen Netzwerken im Internet angebotenen Videokonferenzen. Aber auch digitalisierte Medien wie Bücher, Filme und die Sammlungen von Forschungsergebnissen erhalten eine neue Rolle und Wertigkeit. Eine entscheidende weitere Komponente sind Algorithmen, die im Hintergrund laufen und mit denen immer neue Informationen und Dienstleistungen verlinkt werden. Aus diesem grundlegenden Baukasten können Hochschulen oder Bildungseinrichtungen neue Lernplattformen, neue Konzepte und Strategien für Forschung, Lehre und Verwaltung zusammenstellen. Im nächsten Schritt erfolgt die Aufteilung der Veranstaltungen, Vorlesungen und Diskussionen, die auf dem Campus angeboten werden – und die Angebote, die in Zukunft in der digitalen Welt stattfinden. 

Digitalisierung in der Wissenschaft: IT-Sicherheit maßgeblich

Das oberste Paradigma für das Better Normal und jede Veränderung ist dabei die Systemsicherheit. Sobald Forschungsprojekte die Papierwelt verlassen, ist es zwingend notwendig, sie elektronisch zu schützen. Eine besondere Rolle haben dabei Konferenzen und Diskussionen über Videosysteme. Für den kreativen und vertrauensvollen Austausch ist eine Voraussetzung, dass alle Nicht-Berechtigten definitiv aus den Systemen ausgeschlossen sind. Mit dem Nutzen von Hosting-Lösungen erhalten die Verantwortlichen zusätzliche Sicherheit – etwa für vertrauliche Forschungsaufträge mit Partnern aus der Wirtschaft. Dabei sorgen sich viele Verantwortliche um Hintertüren, von denen sie glauben, sie seien in der Software US-amerikanischer Hersteller einprogrammiert und dienten zur Überwachung und Spionage. Sie verweisen auf den sogenannten „Patriot Act“. Der wird als Ermächtigung interpretiert, den US-amerikanischen Ermittlungsbehörden das unkontrollierte Sammeln von Informationen und den Austausch von Daten untereinander zu ermöglichen. Angeblich nutzen die Ermittler dieses Gesetz für Überwachungen in der Wirtschaft und der Zivilbevölkerung – nicht nur in den USA, sondern rund um den Globus. Sicherheitsexperten unterstreichen, um sich gegen Neugier und Datensammeln zu schützen, sei es wichtig, Hosting-Angebote und IT-Lösungen zu nutzen, die nicht den Vorgaben aus dem Patriot Act unterliegen. Deshalb kämen für sichere Konferenzsysteme ausschließlich Hosting-Lösungen in Frage, die innerhalb Europas betrieben werden.

Durchgängige Nutzung des Campus

Doch für das Better Normal ist die Absicherung der digitalen Umgebung nur ein Aufgabenbereich. So ist es in einer neuen Covid-Wirklichkeit kaum mehr zu vertreten, dass es im Jahresablauf eines Campus Zeiten gibt, zu denen sich die Studierenden und Forschenden in Veranstaltungen, auf Fluren und in Hörsälen drängeln. Und dazwischen liegen Monate, in denen die Hochschulen praktisch ausgestorben erscheinen. Lehre und Forschung so auszugestalten, dass es eine ständige durchgängige Nutzung aller Gebäude und aller Onlineangebote gibt, könnte im Rahmen der aktuellen Diskussionen zu einem weiteren Sicherheitsparadigma werden.

Quellen:
Hochschulforum Digitalisierung: Studentisches Thesenpapier zur Digitalisierung an Hochschulen erschienen
Universität Koblenz Landau: Thesen zur Bedeutung von Digitalisierung für die Universität
Deutscher Bundestag: Digi­tali­sie­rung in Schu­len und Uni­versi­tät voran­trei­ben

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