Raumdesinfektion

Expresswäsche für die Innenraumluft

Von Christian Raum · 2020

Eine Person im Schutzanzug desinfiziert einen Raum.
Foto: iStock/master1305

Es ist unbestritten, dass Luftwechseln dabei hilft, aerogene Viren in der Luft zu verdünnen und sie schließlich auch zu entfernen. So können auch Luftfilter hilfreich sein, wenn sich im Winter das Leben zurück in die Gebäude verlagert.

Dieselabgase, Ruß, Feinstaub, Viren, Pilze, Bakterien, Pollen – die Luft ist voll von Fremdkörpern, von denen viele potentiell gesundheitsgefährdend sind. Mit den meisten haben sich die Menschen arrangiert oder sie versuchen deren Schaden zu begrenzen.

Trotz intensiver Forschung ist nicht besonders viel darüber bekannt, wie sich das Virus durch die Luft bewegt und von Menschen zu Mensch überspringt. Klar scheint zu sein, dass die Viren nicht in der Luft hängen, sondern von einer Art Vehikel abhängig sind. Im Moment stehen vor allem Aerosole und sogenannte „Tröpfchen“ unter Verdacht die Erreger zu transportieren – das ist größtenteils Speichel, den jeder Mensch beim Sprechen, Lachen, Husten oder Singen um sich herum verteilt. Und auch Feinstaub gilt inzwischen als ein Transportmittel, mit dessen Hilfe sich die Viren verteilen. Denn wenn Viren auf Feinstaub oder Tröpfchen sitzen, können sie relativ stabil in der Luft hängen bleiben. Wie lange genau ist ebenso umstritten, wie die Distanzen, die Viren gemeinsam mit ihren Trägern überwinden. 

Schutz für Menschen in Gebäuden gesucht

Mit Herbst und Winter werden diese Übertragungen zunehmend zu einem massiven Problem. Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Corona-Virus zu übertragen sei in geschlossenen Räumen etwa 20-mal wahrscheinlicher als im Freien. Zweifellos sind Menschen in Innenräumen wesentlich mehr gefährdet als im Freien. Draußen sitzen und essen, reden oder arbeiten ist gegenwärtig eine gute Idee. In Gebäuden wurden für die Viren Hürden zwischen den Menschen aufgebaut, die eine Infizierung verhindern helfen. Doch viele dieser Methoden wirken eher anfällig als hilfreich – beispielsweise Plexiglasscheiben, Kunststofffolien, die allgegenwärtigen Gesichtsmasken. Und die Empfehlung geschlossene Räume regelmäßig zu lüften, ist für ängstliche Menschen mit Furcht vor einer Ansteckung ebenfalls keine vertrauenswürdige Lösung. Um in den kalten Monaten ein normalisiertes Leben innerhalb von Gebäuden zu führen, sind neue Methoden gefragt. Welche das sein könnten, wird gerade diskutiert.

Raumdesinfektion: Filteranlagen reinigen Luft von Viren

Für die Reinhaltung der Luft sind Filteranlagen vielfach erprobte Lösungen. In der Fertigung und in Logistikhallen sorgen sie dafür, dass die Werker von Dämpfen, Abgasen und Staub der Maschinen geschützt sind. In der Nahrungsmittelproduktion filtern sie Keime und Bakterien aus der Luft, um die Lebensmittel zu schützen. Um tatsächlich auch die Viren aus der Luft zu entfernen, kommen meist „High Efficiency Particulate Air“-Filter zum Einsatz – etwa in der Luftfahrt oder auch in den Operationssälen der Krankenhäuser. Doch hier gibt es einen wesentlichen Unterschied zu den meisten anderen Einsatzgebieten. Im Operationssaal wie auch im Flieger herrschen Unterdruck, die Luft wird also wesentlich schneller komplett ausgetauscht, als mit gängigen Filteranlagen – oder durch das Lüften – in „normalen“ Räumen.

Trotzdem ist es unbestritten, dass die sogenannten „Luftwechselraten“ dabei helfen, aerogene Viren in der Luft zu verdünnen und sie schließlich auch zu entfernen. Dabei können auch schon gröbere Filter hilfreich sein. Eben weil der größte Teil der Viren von Aerosolen und Tröpfchen und Feinstaub befördert wird, die wiederum sehr einfach aus der Luft gefiltert werden. Wie bei vielen anderen Fragen in Zeiten des New Normal dürfte entscheidend sein, wie das subjektive Sicherheitsempfinden der Menschen ist. Eine Filteranlage kann auf jeden Fall Vertrauen vermitteln und das Verschwinden der Viren beschleunigen.

Quellen:
TU Berlin: Richtig lüften will gelernt sein
LapID: Fahrzeugreinigung: Hygienetipps gegen Viren und Bakterien

Wussten Sie schon, dass …

… Forscher an der Columbia University in New York die Luft mit einem speziellen UV-Licht reinigen wollen? Die UVC-Strahlung zerstört im Zellkern der Viren deren DNA. Laut dem letzten veröffentlichten Stand der Untersuchungen könnte das eingesetzte Licht 90 Prozent aller Viren in acht Minuten zerstören, nach rund 25 Minuten seien alle Viren in der Luft zerstört. Die UV-Lampen könnten in geschlossenen Räumen Covid-19-Viren töten und die Luft reinigen.

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