Wartung

Industrielle Instandhaltung aus der Ferne

Von Daniela Hoffmann · 2020

Ingenieure und Techniker arbeiten mehr und mehr virtuell und mit der Unterstützung von Apps. Wenn sie Anlagen warten oder neue Maschinen in Betrieb nehmen, leiten Virtual-Reality-Anwendungen sie Schritt für Schritt durch den Arbeitsprozess.

Mitarbeiter begutachten mit Virtual-Reality-Brillen Modelle
Foto: iStock / gorodenkoff

In den letzten Jahren sind die Anwendungen rund um die „schlauen“ Brillen mit Netzwerkverbindung, sogenannte Smart Glasses oder VR-Brillen immer praxistauglicher geworden. Selbst in den eher rauen Umgebungen in der industriellen Fertigung oder in Lagerhallen können sie problemlos genutzt werden. Auch Smartphones und Tablets können in einer Augmented Reality (AR) – also einer „erweiterten Realität“ – Mitarbeitern kontextrelevante Informationen anzeigen. Marktstudien bescheinigen der Technologie, dass sie die Nische verlassen hat und mit immer günstigeren Endgeräten auf dem Weg in die Breite ist.

Wartung mithilfe von Brille und App 

Die Grundidee ist, dass auf Basis von Konstruktionsdaten eine App Mitarbeiter durch die nötigen Wartungsschritte einer Maschine führt. Ein Trend geht zudem dahin, schwierige Abläufe vorher in virtuellen oder virtuell erweiterten Umgebungen zu trainieren. Das hilft dabei, in herausfordernden Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und Fehler zu vermeiden. Generell könnte die Technologie dabei helfen, auch mit weniger qualifizierten Mitarbeitern Ziele besser zu erreichen, Stichwort Fachkräftemangel. Denn komplexere AR-Anwendungen nutzen Interaktionen, bei denen ein wichtiger Prozessschritt automatisiert mit anderen Systemen abgeglichen und überprüft wird: Das kann zum Beispiel ein vernetzter Akkuschrauber sein, über den die exakt richtige Anzahl der Umdrehungen einer Schraube geprüft wird.

IoT und KI steigern Nutzen von AR-Anwendungen

Wenn in den nächsten Jahren der neue Mobilfunkstandard 5G in Fabriken sicherheitskritische Anwendungen mit sehr kurzen Latenzzeiten ermöglicht, könnten davon auch die besonders datenintensiven AR-Szenarien profitieren. Zudem gehen Experten davon aus, dass AR und das Internet-der-Dinge zusammenwachsen. Das trägt dazu bei, dass sich immer mehr Prozessketten zum Beispiel mit beinahe zeitgleichen Datenübergaben aus Sensoren effizienter gestalten lassen. 

Gerade auch im Zusammenspiel mit künstlicher Intelligenz sind große Effizienzpotenziale zu heben. So können Elektrotechniker sich mittels Bilderkennung per Datenbrille oder Smartphone die Details zu einem Bauteil in einem Stromkasten anzeigen lassen und dieses direkt nachbestellen – eine Aufgabe, die sonst oft umständliche Recherchen in Katalogen oder im Web erfordert.

Quellen:
pwc Deutschland: Deutscher Virtual-Reality-Markt wächste über die Nische hinaus
PTC: Unleashing the Power of Data with IoT and Augmented Reality
Gemba Systems: Ten manufacturing jobs reaping the rewards with smart glasses

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