Mobiles Arbeiten

Auch in Zukunft wenig Alternativen zur Heimarbeit

Von Daniela Hoffmann · 2021

In Umfragen nennen IT-Verantwortliche das Thema „New Work“ nach der IT-Sicherheit als größte Herausforderung. Zu den Aufgaben gehört, dass eine Integration zwischen Kommunikationslösungen einerseits und Unternehmenssystemen erfolgen muss, damit die Arbeit im Homeoffice möglich ist.

Junge Frau arbeitet an ihrem Laptop im Freien
Foto: iStock / Nomad

Noch vor wenigen Jahren war ein vollständiger Wechsel ins Büro im eigenen Zuhause undenkbar, Experten stritten über die richtige Strategie und die notwendigen Technologien und die rechtlichen Grundlagen für „New Work“. Oft wurde dann die Belegschaft nach vielen Diskussionen mit Extrageräten ausgestattet – und etwa Funktionen auf Smartphones gleichzeitig gesperrt, um die mobilen Anwendungen auf ein Minimum zu beschränken. Doch im Zuge von Corona musste der Wechsel zu den viel diskutierten neuen Formen der Arbeit pragmatisch und schnell vonstatten gehen: Eine Studie des Digitalverbands Bitkom unter 1.500 Erwerbstätigen zeigt, dass in Deutschland coronabedingt 45 Prozent zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten, jeder Vierte verbringt seinen Arbeitstag sogar ausschließlich Zuhause. Vor der Pandemie wurde zwar auch schon viel über Arbeiten von zuhause und Arbeitszeitflexibilisierung gesprochen, dennoch waren nur knapp 13 Prozent im Homeoffice tätig. In vielen Unternehmen galt die Heimarbeit sogar als Privileg. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass sich der Trend halten wird. Demnach wird gut jeder Dritte – also 14,7 Millionen Berufstätige – den Arbeitsort weiter flexibel wählen. Mit 55 Prozent sind sich mehr als die Hälfte der Befragten sicher, dass sich ihr Job zumindest teilweise für das Arbeiten von zuhause eignet, jeder Fünfte könnte komplett von dort arbeiten. 

Mobiles Arbeiten: Digitalisierung kommt in Schwung

Der mit dem Weg ins Homeoffice verbundene Digitalisierungsschub hat die Unternehmen ein ganzes Stück vorangebracht – wohl eine der wenigen positiven Auswirkungen der Corona-Krise. So zeigt die Studie „Smart Workplace 2020“ von IDG Research Services, dass drei Viertel der Organisationen das Thema mobiles Arbeiten priorisieren und hier deutliche Fortschritte sehen. Doch wenn der Trend hält, müssen vor allem solche Unternehmen, die mit Blick auf das Ende der Krise bisher nur Behelfslösungen nutzen, ihre Informationstechnologie langfristig befähigen, mit mobiler Arbeit klarzukommen. Hierfür ist neben der Digitalisierung der Arbeitsprozesse insbesondere auch eine Modernisierung vieler IT-Abteilungen etwa im Bereich des Asset-Managements und der Fernwartung nötig. Über neue Technologien wie Out-of-Band-Management haben die IT-Experten zu jederzeit Zugriff auf alle Arbeitsplätze – egal ob im Homeoffice oder im Büro. Das Ziel ist es, sämtliche relevanten Anwendungen auf Laptops, Tablets oder Smartphones zu installieren und zu warten. Und ohne Frage werden immer neue mobile Endgeräte an die neuen Aufgaben angepasst. Ein klares Zeichen dafür ist, dass sich selbst die Autohersteller so aufgestellt haben, dass ihre Kunden künftig Business-Apps über das Infotainment-System nutzen werden.

Managementtraining für digitale Teams

In kultureller Hinsicht wurde im Corona-Jahr bereits in vielen Unternehmen der Grundstein dafür gelegt, dass Teams vernünftig remote zusammenarbeiten können. Dort, wo Defizite spürbar sind, empfiehlt sich ein Managementtraining zur Führung von digitalen Teams – denn natürlich werden Themen wie Kontrolle, das Einbeziehen aller Teammitglieder oder transparentes Aufgabenmanagement schwieriger. Für die Zukunft gilt es jetzt, die Potenziale von Homeoffice und Präsenzarbeit auszuloten. Menschen, die in Agenturen arbeiten, kennen das Phänomen bereits. Wer nur hin und wieder zum Arbeiten ins Unternehmen kommt, muss häufig um seinen Schreibtisch kämpfen. Deshalb sollte bei einer Flexibilisierung auch ein gutes Konzept nicht fehlen, wie sich auch die selteneren Besucher wohl und willkommen fühlen.

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