Lokale Händler

Alles aus einem Kiez

Von Jens Bartels · 2020

Viele Verbraucher erleben täglich, dass sie sich um die Grundversorgung keine Sorgen machen müssen und besinnen sich auf die regionalen Angebote ihres Vertrauens. Davon könnten lokale Händler auch mittelfristig profitieren. Gefragt sind gemeinsame Marktplätze, mit deren Hilfe reale und virtuelle Vertriebswege verschmelzen.

Verkäuferin eines kleinen Cafés steht in der Tür. Thema: Lokale Händler
Auch Kiezgeschäften bietet die digitale Sphäre neue Absatzmöglichkeiten. Foto: iStock / NataliaDeriabina

Auch wenn das ein oder andere Produkt in den Supermärkten und Drogerien in den vergangenen Wochen einmal nicht vorrätig war, zeigte sich doch: Die Grundversorgung mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln in Deutschland ist gesichert. Produzenten, Einzelhändler und Logistiker arbeiteten mit Hochdruck, um die Versorgung sicherzustellen. Und wenn nun nach und nach auch Mode- und Sportwarenausstatter, Buchhändler und Elektronikverkäufer ihre Läden wieder öffnen, wird sich die Lage weiter normalisieren. Doch die vergangenen Wochen zeigten auch: Gut dran waren vor allem die Händler, die ihre Waren nicht nur im stationären Geschäft, sondern auch online vertreiben. Zwar führte die Corona-Pandemie auch im Online-Handel zu deutlichem Umsatzverlust. Nach Zahlen des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. ist der E-Commerce im März 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen. Allerdings konnten verschiedene Kategorien, die auch im Einzelhandel stark nachgefragt werden, deutliche Zuwächse verzeichnen. Dazu gehören Lebensmittel, Drogeriewaren, Medikamente oder Do-it-yourself-Sortimente. 

Lokale Händler: Vertriebskanäle erweitern

Die Zahlen zeigen auch: Multichannel ist Trumpf. Es lässt sich beobachten, dass Händler mit einer nahtlosen strategischen und prozessualen Verknüpfung verschiedener Vertriebskanäle zu den Gewinnern eines veränderten Wettbewerbsumfeldes zählen. „Corona stellt vor allem kleine und mittelständische sowie stationäre Händler vor essenzielle Herausforderungen“, erklärt der Handelsverband Deutschland (HDE). „Digitale Technologien bieten einen möglichen Ausweg aus der Krise: Jetzt gilt es, digitale Plattformen zu nutzen oder in den E-Commerce einzusteigen.“ Und das ist gar nicht so schwer: Ein Online-Shop lässt sich heute ganz leicht in wenigen Tagen erstellen und direkt an das ERP (Enterprise Resource Planning) anbinden. Klar muss für jeden einzelnen Handelsbetrieb sein: Die besten Aussichten werden in Zukunft die Anbieter haben, die online und stationär auftreten und mit innovativen Sortimenten, attraktiven Ladenkonzepten sowie mit intelligenten Geschäftsmodellen punkten.

Online-Angebote anpassen

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die veränderten Konsumgewohnheiten als Chance zu sehen: So unterstützen in dieser schwierigen Zeit viele Konsumenten bei ihrem Online-Einkauf die lokalen und regionalen Händler, wenn diese selbst einen zusätzlichen Online-Shop betreiben. Darauf haben Händler in der gesamten Bundesrepublik schnell reagiert – so zum Beispiel in Karlsruhe: In der badischen Stadt ist eine große Zahl der lokalen Betriebe weiterhin für ihre Kunden erreichbar. Sie bieten ihnen eine kompetente Beratung auch online oder telefonisch an. Zugleich liefern sie gewünschte Produkte oder leckere Gerichte direkt nach Hause oder stellen diese für die Kunden zur Abholung bereit. Dabei nutzen sie eine gemeinsame digitale Plattform als Marktplatz für ihre Produkte. Auf diese Weise lassen sich ganz sicher in vielen weiteren Städten attraktive neue Vertriebslösungen etablieren und dadurch der Erhalt des Handelsstandorts Innenstadt unterstützen.

Online-Wachstum

Im elektronischen Warenkorb landeten im März vor allem Produkte für die Gesundheit. Das größte Online-Umsatzwachstum konnten Fieberthermometer verzeichnen. Hier die Rangliste der beliebtesten Online-Artikel in der Krise:

• Fieberthermometer + 2.970 Prozent

• Hanteln + 2.740 Prozent

• Telefon-Headsets + 910 Prozent

• Videospiele + 370 Prozent

• Schutzkleidung + 350 Prozent

• Vitamine + 320 Prozent

Quelle: www.sendcloud.de/corona-krise-im-e-commerce, 2020

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